Esclarmonde – die Bauprobe

Am 19.12.12 fand am Theater die Bauprobe für die Inszenierung Esclarmondes statt. Da viele sicher nicht wissen, was eine Bauprobe ist, hier eine Erklärung: Bei der Bauprobe kommen erstmals im Inszenierungsprozess alle Abteilungen, bis auf die Maske, zusammen, um den Bühnenbildentwurf zu besprechen. Es beginnt damit, dass den Anwesenden in groben Zügen die Handlung und das für den jeweiligen Akt geplante Bühnenbild erläutert werden.

Die wichtigsten Infos waren folgende: Im Prolog, Epilog und im ersten Akt wird das Bühnenbild in etwa so, wie man es auf meinem Foto sieht, verwendet, mit jeweils kleinen Modifikationen. Im zweiten und vierten Akt kommt ein neues Bild, das vor allem durch ein großes Auge bestimmt wird. Zum Auge gleich noch mehr. Im dritten Akt schließlich wird die belagerte Stadt Blois dargestellt und es wird ein Wagen eingesetzt werden, auf dem der ganze Chor wie auf einer Stadtmauer Platz finden soll. Nachdem diese Infos den Anwesenden vermittelt wurden und es keine Fragen mehr gab, ging es um Details des Bühnenbildes. Schnell wurde mit technischen Binsenweisheiten um sich geworfen, wie “abnehmen ist immer besser (als aufhängen)”. Hierbei ging es allerdings nicht um Menschen, sondern um den schnellen Farbwechsel einer Requsite, die sich in der Pause von schwarz zu goldfarben ändern sollte.

Das Auge des zweiten und vierten Akts hängt in den übrigen Akten in den Zügen hoch oben im Bühnenhaus, allerdings in Einzelteilen (Pupille, Iris, Augapfel bzw. Lid), und auch die Bögen des ersten und zweiten Akts, zwischen denen die Augenwände aufgespannt sind (wie man auf dem Foto sieht), hängen an Zügen, damit man sie schnell entfernen kann.

Wenn wir gerade beim ersten Bühnenbild sind, kann ich auch das Foto einmal näher erläutern: In der Mitte steht Esclarmonde, Tochter des byzantinischen Königs Phorcas, und wird von allen Seiten beobachtet. Dies wird durch die Augen auf den Platten zwischen den Bögen symbolisiert. Sie wird jedoch eher als verschleiertes Objekt denn als lebendiges Individuum gesehen. Die Treppe neben ihr ist für ihren Vater, da er der einzige ist, der ihren Schleier lüften darf. Die hölzernen Bögen, und die im Hintergrund sichtbaren roten Trennwände, die im ersten Akt hinzugezogen werden, stellen das Gefängnis dar, in dem sich die Königstochter befindet, und dem sie nur mit Hilfe von Magie entkommen kann. Im Epilog wird dieses Bühnenbild wiederum weiter verändert. Wir haben viel über die Inszenierung erfahren, die ein aufwändiges Bühnenbild bekommen wird, u.a. wird es auch Pyrotechnik geben und, Zitat: “einen gesungenen Orgasmus“.

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3 Gedanken zu “Esclarmonde – die Bauprobe

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